Thema: Teamentwicklung

Teamentwicklung ist immer dann sinnvoll, wenn

  • Arbeits- und Kommunikationsprozesse nicht mehr rund laufen,
  • es zu Konflikten kommt, die das Klima im Team beeinträchtigen,
  • das Team sich für die Zukunft rüsten und neu aufstellen will und soll,
  • Teams zusammen gelegt werden
  • etc.

Ein Team besteht aus mehreren Mitgliedern und es ist mehr als die Summe seiner Mitglieder. Es ist ein System, das häufig nicht durchschaut wird und das selbst dann, wenn man es erkannt hat, sich der Veränderung widersetzt. Von sich aus streben Systeme nach einem Gleichgewicht um einen Sollwert herum. Dieses Gleichgewicht kann sowohl zu Lasten einzelner Mitglieder (=Sündenböcke) oder in aggressiver Abgrenzung gegen andere Gruppen hergestellt werden. Veränderungsversuchen gegenüber verhält sich ein System oft konservativ, vor allem wenn es bedroht scheint/ist.

„Nun“, werden sie sagen, „es kann doch nicht sein, dass das System eine Art Überperson ist.“ Da haben Sie recht; denn Menschen haben es entstehen lassen. Allerdings ist es nicht bewusst geplant, sondern durch das Zutun aller so entstanden. Wenn es schon längere Zeit Bestand hat, so können auch längst ausgeschiedene Mitglieder nachwirken. D.h. das Team existiert z.T. jenseits und unabhängig von der individuellen Zugehörigkeit.

Wenn das Team als System gut funktioniert, werden Probleme bewältigt. Wenn aber

  • das Gleichgewicht dysfunktional ist, d.h. zu Lasten einzelner hergestellt wird oder
  • die äußeren Bedingungen sich ändern oder
  • ein Generationswechsel bei einem großen Teil der Mitglieder stattfindet,

kommt das Team in eine Krise. Diese dient der Neustrukturierung. Wenn das Team diese Anforderung nicht bewältigen kann, braucht es Zeit und einen Anstoß von außen, um das eigene System fortzuentwickeln.

Die systemisch orientierte Organisationsberatung hat sich aus der systemischen Familientherapie entwickelt. Dieser Schritt ist naheliegend, weil die Familie eine Gruppe ist, die ein eigenes System zum Selbsterhalt entwickelt, wie jede andere Gruppe auch. Das Besondere der Familie gegenüber einer anderen Gruppe ist, dass sie sich im Wesentlichen auf die Regeneration (Freizeit), den Nachwuchs und die Emotionalität spezialisiert.

Aus der Familientherapie wissen wir, dass ein Außenstehender – wie dies z.B. der Familientherapeut ist – die Gesetzmäßigkeiten des beobachteten Systems Familie klar erkennen kann und dass diese Anwesenheit oft bereits das vorhandene System mit seinen speziellen Gleichgewichtsstrategien stört und so in Verwirrung bringt. Es ist sogar das Ziel der Familientherapie, eine Störung im System zu erzeugen, damit das System ein neues und d.h. effizienteres Gleichgewichtssystem entwickeln kann. D.h. der Therapeut hilft dem System, sich zu verändern, ohne festzulegen, wie die neue Ordnung auszusehen hat.

Zurück zum Team: Wenn das Team in Schwierigkeiten geraten ist, kommt es darauf an, dass der Trainer (er ist kein Therapeut und heilt auch keine Krankheiten) das System des Teams zu erkennen hilft und mit geeigneten Methoden und durch entsprechendes Vorgehen die Veränderungskräfte nutzt. Das kann heißen,

  • dass bestimmte Konflikte aufgegriffen und gelöst werden, damit das Team sich wieder mehr auf die Zukunft hin orientieren kann bei gleichzeitiger Verbesserung des Wohlbefindens aller am System Beteiligten,
  • dass die Ressourcen des Teams hervorgeholt werden müssen, um die äußeren Anforderungen zu meistern statt in Resignation zu versinken,
  • dass ein Ausgleich zwischen Altem und Neuem, jüngerer und älterer Generation stattfinden kann. Hierbei ist „alt“ bzw. „jung“ auf die Dauer der Zugehörigkeit zum Team und in der Regel nicht ausschließlich auf das Lebensalter bezogen.

So heißt also Teamentwicklung als Aufgabe für den Trainer: Veränderung unterstützen und begleiten mit dem Ziel, dass das Team ein möglichst stabiles Gleichgewicht entwickelt, das gleichzeitig flexibel ist, so dass es Veränderungen zukünftig leichter bewältigen kann.


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