Thema: Konfliktmanagement

Konflikt-Kommunikation ist nur eine Sonderform von Kommunikation  und Interaktion . Die Kommunikationspartner kommunizieren nur auf eine konflikthafte Weise, die in der Regel auch bestimmten Mustern folgt. Typisch ist eine rasche Emotionalisierung und Eskalation der Konfliktdynamik. Normalerweise tauchen Konflikte dort auf, wo irgendetwas schief gelaufen ist, d.h. sie machen uns auf Schwachstellen aufmerksam, die nach Veränderung drängen.

Konflikte können auf verschiedenen Ebenen entstehen:

  • der Organisation
  • der Abteilung
  • des Teams, der Gruppe
  • zwischen Gruppen
  • zwischen einzelnen
  • innerhalb einer Person

Nicht jeder der Beteiligten muss den Konflikt wahrnehmen, es reicht, wenn eine Partei ein Geschehen als Teil eines Konflikts deutet. Diese Partei wird in der Regel nicht ruhen, bis auch die Gegenpartei einen Konflikt wahrnimmt. So tragen Konflikte zwischen Gruppen zur Identitätsbildung der Gruppe und zur Stabilisierung der Zugehörigkeit zur Gruppe bei. Wenn die als Gegner definierte Gruppe oft genug abwertend behandelt wurde, dann hat sie auch einen Konflikt und steigt darauf ein.

Wir können davon ausgehen, dass Konflikte in den Köpfen der Beteiligten entstehen, indem diese bestimmte Ereignisse als Teil eines Konfliktgeschehens deuten. D.h. auch dass jeder an der Entstehung und Aufrechterhaltung von Konflikten beteiligt ist und somit auch jeder einen Beitrag zur Lösung der Konflikte leisten kann.

Konflikte können allerdings auch zielgerichtet eingesetzt werden, beispielsweise um von sich selber abzulenken und das Konfliktgeschehen nach außen zu verlagern. Auf der politischen Bühne kann beispielsweise ein Krieg der innenpolitischen Stabilisierung dienen.

Im Konflikt kommt es schnell zur symmetrischen Eskalation. Nach dem Eskalationsmodell von Glasl können vor allem in den frühen Konfliktphasen noch gute Ergebnisse in der Konfliktklärung erzielt werden. Je höher die Eskalationsstufe mit dem Beispiel des Rosenkriegs als Spitze des Eisbergs („Hauptsache, ich kann dem anderen Schaden zufügen, egal, was es mich kostet.“), desto geringer die Chancen für eine Lösung. Bei den unteren Konfliktstufen ist noch Selbsthilfe möglich, bei gesteigerten Konflikten braucht man dann einen Profi; denn jeder gescheiterte Lösungsversuch ist ein Versuch zu viel, weil die Betroffenen zunehmend entmutigt werden.

Daraus folgt, dass es wichtig ist, Konflikte rechtzeitig zu erkennen, denn dann kann Selbsthilfe und Unterstützung durch die Führungskraft gut greifen. Manche Konflikte entpuppen sich als kompliziert und sind seltsam verwoben in die Organisation, so dass wegen der Komplexität professionelle Unterstützung notwendig sein wird.


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